Umgestaltung der Kirche Sankt Bartholomäus in ein Kolumbarium, Köln

GERMAN DESIGN AWARD 2015 – SPECIAL MENTION
Gestaltungspreis „Baukultur in Deutschland“ – Anerkennung

Die Kirche St. Bartholomäus in Köln Ehrenfeld wird zu einer Grabeskirche umgewidmet. In ihrer neuen Funktion als Kolumbarium wird sie zu einem Ort der letzten Ruhe. „Columbarium“ werden ursprünglich die Taubenschläge im antiken Rom genannt, aufgrund ihrer optischen Ähnlichkeit wird dieser Begriff auch für Urnengrabstätten verwendet. In die schlichte aber kraftvolle, dreischiffige Betonkirche aus dem Jahr 1960, entworfen von dem Architekten Hans Schwippert, werden über 2000 Urnenkammern integriert.

Zentrale Entwurfsidee ist es, mit dem Einbau des Kolumbariums den räumlichen Charakter des Mittelschiffs als wahrnehmbaren Großraum zu erhalten. In diesem Sinne werden die Urnenkammern umlaufend an der Peripherie des Mittelschiffs angeordnet und zur quantitativen Optimierung kammartig aufgefaltet. 10 nischenähnliche Kabinette entstehen, die den Trauernden zwar aus dem unmittelbaren Großraum herausnehmen und ihn schützend bergen, den Gesamtraum aber nicht verwischen. Im Zentrum der Grabesanlage wird die Kapelle organisiert. Die erforderliche inhaltliche Abgrenzung zum Großraum der neuen Grabeskirche erfolgt räumlich über ein abgehängtes, transparentes Metallnetz. Kapelle und Kolumbarium sind dadurch separiert aber auch gemeinsam wahrnehmbar, sie verschmelzen räumlich miteinander. Ähnlich einer durch ein Gazegewebe zweigeteilten Theaterbühne können sie zu verschiedenen Zeiten bespielt werden.
Wie im Theater wird die räumliche Staffelung vor bzw. hinter dem Netz durch pointiert gesetztes Kunstlicht unterstützt. Während des Gottesdienstes ist der Kapellenraum hell (s.a. Lichtstimmung Perspektive), zu den übrigen Zeiten dient das Netz als Lichtreflexions- und -verteilungsmedium für das Kolumbarium

Fotos: Dietmar Strauß

2015

Bauen im Bestand

LP 1-9

Kath. Kirchengemeinde Zu den Heiligen Rochus, Dreikönigen und Bartholomäus

Helmholtzplatz 11 Köln

1,4 Mio.